Alkoholismus

Alkoholismus gilt inzwischen neben Krebs und Herzerkrankungen als die folgenschwerste Krankheit, wobei diese Krankheit nicht nur durch körperliche, sondern auch durch psychische und seelische Belastungen ausgelöst werden kann. In den Endphasen verliert der Alkoholsüchtige die Kontrolle über seine Trinkgewohnheiten und bemerkt nicht, wie schleichend, heimtückisch und mächtig der Alkohol sein Leben – zum Teil mit katastrophalen Folgen – bestimmt. Es kommt zu qualvollen Entzugserscheinungen, Schweißausbrüchen, trockenem Erbrechen, Zuckungen, Halluzinationen (D.T.), Varizenblutungen – um nur einige zu nennen – wovon einige lebensbedrohlich wenn nicht tödlich sein können.

Anzeichen für Alkoholismus

Über Alkoholismus gibt es viele widersprüchliche und verwirrende Informationen. Sicher ist, dass das Umfeld (meist die Familie) oft jahrelang verzweifelt und die Tatsache nicht erkennen, wann ein alkoholkrankes Familienmitglied die chronische (d.h. irreversible) Phase erreicht hat.

Beim Alkoholismus kommt es zu leistungs-, stimmungs- und persönlichkeitsverändertem Verhalten. Dies wiederum ist verbunden mit einem sehr ausgeprägten Verleugnungsmechanismus des Alkoholikers, der in Angst, Scham- und Schuldgefühlen sowie Depressionen verfangen ist. Auseinandersetzungen innerhalb der Familie werden häufiger und gehen mitunter bis zur Gewalttätigkeit.

Gefangen im Alkoholismus

Wenngleich Alkoholiker aufhören wollen zu trinken, so können sie nicht. Dies ist verbunden mit einem neurobiologischen Prozess, der bei normalen Trinkern nicht vorkommt. Es folgen Ausreden, Verheimlichungen und Lügen, immer damit verbunden, dass sie nicht einsichtig sind. Und selbst wenn sie einsichtig sind, kann zwischen Einsicht und Handeln (das heißt eine Therapie zu machen) ein „Ozean” liegen.

Der Alkoholiker beginnt seinen Tag nun so zu gestalten, dass er an jede nur mögliche Gelegenheit denkt, wo, wann, mit wem und was er trinken wird. Er kann den Alkohol jetzt nicht mehr kontrollieren (Kontrollverlust), sondern umgekehrt, der Alkohol kontrolliert ihn.

Erschwerend kommt hinzu, dass er oft jahrelang (trotz Versprechungen, Schwüre oder Eide) nicht aufhört und meint, selbst wenn er es eingesehen hat, dass er selbst aus dem Teufelskreis herauskommt. Dazu gibt es einen treffenden Satz:

„Nur du allein schaffst es – ABER DU SCHAFFST ES NIEMALS ALLEIN”

Was zu Hause beginnt, überträgt sich im Laufe der Zeit auch auf den Arbeitsplatz. Es kommt zu Gesprächen mit den Vorgesetzten oder Kollegen, weil wiederholtes und unentschuldigtes Fernblieben auffällig werden. Ebenso über seine Stimmungs- und Leistungsveränderungen und seine ungewöhnlichen Verhaltensweisen. Auch hier verleugnet der Alkoholiker seine Abhängigkeit.

Im weiteren Verlauf verliert der Alkoholabhängige seine Freunde und die Menschen die ihm am meisten bedeuten. Er trinkt sich also über den Alkoholismus in die Isolation.

An diesem Punkt angelangt bleiben dem Alkoholiker nur noch 2 Möglichkeiten: Weiter trinken und langsamen Selbstmord zu begehen oder den aufrichtigen Wunsch zu haben, sich endgültig vom Alkohol zu trennen und den Alkoholismus zu besiegen. Mehr Möglichkeiten hat er nicht.

Da er es alleine nicht schafft, gilt es die Entscheidung zu treffen, sich Hilfe zu holen. Hier angelangt, kann der Genesungsweg beginnen. Bedauerlicherweise können dies weder die Familie noch Freunde oder der Arbeitgeber für ihn tun. Er muss diesen aufrichtigen Wunsch mit Taten, das heißt mit Handeln beginnen. Paradoxerweise ist es weniger der Arzt der als Ansprechpartner in Frage kommt (ca. 30% aller Ärzte sind selbst alkoholabhängig), sondern ein kompetenter Psychiater, Psychotherapeut oder – was öfter der Fall ist – ein trockener Alkoholiker, der suchtberatend arbeitet und vor allem das 12 Schritte Programm kennt.

Auch das Team der Finca Esperanza kann selbstverständlich hier ganz besonders helfen. Gerade weil sich der Alkoholiker mit Menschen unterhalten kann, die selbst den Weg der Genesung gegangen sind und daher den Weg kennen, wie man aus diesen Höllenqualen herauskommt. Dies – so zeigte es uns die Erfahrung – kann Wunder bewirken. Selbst wenn das Gespräch nur telefonisch geführt wurde.

Oft sind es die Angehörigen, die verzweifelt den ersten Versuch machen herauszufinden, wo echte Hilfe zu erwarten ist. Das ist in Deutschland gar nicht so einfach wie man glauben mag. Aber ein Anruf  bei uns unter der Nummer

0034 648 735 158 oder eine Kontaktaufnahme über unser  Kontaktformular kann die Antwort auf den Alkoholismus sein.