Das 12 Schritte Programm

Es würde – egal wem – sehr schwer fallen, das 12 Schritte Programm besser zu beschreiben, als es Prof. Dr. med. Lothar Schmidt in seinem Buch „Fahrschule des Lebens“ in seinem Vorwort dargestellt hat. Wir erlauben uns, die essentiellen Elemente dieses Vorwortes hier niederzuschreiben.

„Das Buch ist das Ergebnis der Begegnungen mit mehr als 150.000 Alkoholikern und einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Genesungsprogramm der Anonymen Alkoholiker, den 12 Schritten. Und ich verdanke es einem sehr fähigen Arzt, der in der Berliner Charité arbeitete, selbst alkoholkrank war und deshalb entlassen wurde. Er galt als hoffnungsloser und therapieresistenter Fall.

Ich traf ihn viele Jahre später, gesund und freudvoll. Er lud mich ein an einem Meeting der Anonymen Alkoholiker teilzunehmen. Ich nahm seine Einladung an und traf dort Menschen, die so offen und ehrlich über sich und ihre Probleme sprachen wie ich das noch nie erlebt hatte. Diese und weitere Begegnungen beeinflussten entscheidend meine weitere ärztliche Tätigkeit.

Viele Alkoholiker schenkten mir ihre Erfahrung und berichteten von ihrem Denken, Fühlen und Verhalten vor und während ihrer Krankheit. Sie prägten damit mein Verständnis von Ursachen, Folgen und einer sinnvollen Therapie dieser Krankheit. Das war eine wertvolle Ergänzung des geringen Wissensangebotes, das ich zu diesem Thema durch die Universität erhalten hatte.

Besuche in Modellkliniken in Nordamerika, Holland, England, der Tschechoslowakei und Jugoslawien sowie ein enger Erfahrungsaustausch mit ihren Leitern ließen den Wert einer relativ kurzen stationären mit mehreren Gruppenstunden täglich und kombinierter Anwendung therapeutischer Methoden erkennen. Unter diesen erwies sich das Angebot des 12-Schritte-Programms als besonders wertvoll. Die Umsetzung kurzfristiger stationärer Therapiekonzepte (Anm.: insbesondere des 12 Schritte Programms) war damals in Deutschland nicht ganz einfach (Anm.: und ist es heute „bürokratisiert“ immer noch nicht).

Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse – auch in Anlehnung an das Betty Ford Center Therapiekonzept – fiel uns die Entscheidung leicht, die erfolgreichen therapeutischen Methoden des 12 Schritte Programms mit begleitender professioneller Therapie in das Konzept der „Finca Esperanza“ zu integrieren.