“Manchmal kommt mir der Gedanke,
der Himmel sei einfach nur eine neue Brille”


Der faszinierende Bericht eines Mannes, der in allen Phasen seines Lebens aufgrund seiner Alkoholabhängigkeit versagt hat und der in diesem faszinierenden und charismatischen Bericht den Weg zeigt, wie er zu einem dankbaren, friedvollen und zufriedenen Menschen geworden ist.

Mit einem Begleitwort von Dr. med. Walter Lechler

Als Taschenbuch 20,85 € inkl. MwSt. und Versandkosten und als Hörbuch (8 CDs mit insgesamt 7,5 Hörstunden) 40,95 € inkl. MwSt. und Versandkosten.

 

 

BESTELLFORMULAR
 

 

DIE ENTSTEHUNG DER DEUTSCHEN AUSGABE

Mein Name ist Rolf Bollmann und ich bin ein trockener Alkoholiker. Um genau zu sein, feierte ich am 28. April 2009 meinen 17. Geburtstag. Der Tag meines zweiten Lebens und, wie es bei den Anonymen Alkoholikern der Brauch ist, sogar mit einem Geburtstagskuchen. Eine derartige Geburtstagsfeier ist etwas ganz Besonderes für jeden, der den Weg der Genesung gegangen ist und ihn weiter geht. Damit verbunden sind offenkundig eine überwältigende Dankbarkeit und eine neue Lebensfreude. Mein erstes Leben versuchte ich am 14. Dezember 1991 mit einem Selbstmord zu beenden. Dieser ist offensichtlich misslungen, aber – und das ist der rational unvorstellbare Wahnsinn der Krankheit Alkoholismus – dass mich selbst der misslungene Selbstmordversuch nicht davon abgehalten hat wieder und weiter zu trinken.

Als ich an diesesm 28. April in mein erstes Meeting der Anonymen Alkoholiker ging, hatte ich alles verloren, was mir lieb und teuer war. Allem voran den Respekt und die Liebe meiner Frau und meiner Kinder, meiner Geschwister und Familienangehörigen, meiner Freunde, meinen hochdotierten Job, mein Haus, mein Geld und meine Selbstachtung vor diesem Häufchen Elend, das in allen seinen Lebensbereichen versagt hatte. Als Ehemann, als Vater und letztlich als angesehener Manager in einem amerikanischen Großkonzern. Und trotzdem und wiederum, so unglaublich es für einen Nicht-Alkoholiker rational erscheinen mag, konnte ich mich mit dem Gedanken, nie wieder Alkohol zu trinken, nicht befreunden. Ich wollte lernen, wie man wieder “normal” trinken kann, damit ich wieder mit einem Glas Bier oder Wein mit meinen Freunden gesellig zusammensein konnte. Das Paradoxe ist, als ich bereits tief in der irreversiblen, chronischen Alkoholabhängigkeit war, es nicht akzeptieren konnte und wollte, Alkoholiker zu sein. Dass ich mit dem Alkohol manchmal ein Problem hatte, das zu sagen viel mir nicht schwer, vor allem mit dem für mich gültigen Selbstschutz und passenden Vergleich: “Andere trinken doch genauso viel wie ich”. Aber Alkoholiker zu sein. Niemals! Und jetzt, nachdem ich über 17 Jahre nicht mehr trinke, sage ich von mir, dass ich Alkoholiker bin. Das ist doch unsinnig! Wo ist hier die Logik? Nun, das Buch “Eine neue Brille” wird Ihnen durch die Lebensgeschichte von Chuck C. die Antwort darauf geben.

Es war also vor 17 Jahren, als etwas mit mir geschah! Nennen wir es durch die Kraft eines nicht menschlichen Wesens (eine höhere Macht, eine “higher Power”, den großen Manitu, das Universum, die Natur, eine nicht greifbare Energie). Und durch das Wunder des Programms der Anonymen Alkoholiker bekam ich ein zweites Leben geschenkt und wie bereits erwähnt war das am 28. April 1992.

Ich lernte, akzeptierte und verinnerlichte bedingungslos, dass ich dem Alkohol gegenüber machtlos war und mein Leben nicht mehr meistern konnte… Und um rigeros ehrlich zu sein, muss ich sagen, dass ich es bis heute noch nicht meistern kann, aber das ist für mich heute kein Problem mehr! Noch mehr, die Anonymen Alkoholiker befreiten mich von einer tief verankerten Angst, einem verlorenen Selbstwertgefühl und einer inneren Vereinsamung. Dort, wenn ich überhaupt nach einer Ursache suchen würde (was ich bewusst nicht tue) die mich zur chronischen Alkoholabhängigkeit brachte, lag das Problem. Also ging es nicht darum, keinen Alkohol mehr zu trinken sondern darum, meiner obdachlosen Seele wieder ein Zuhause zu geben. Auch und im Besonderen ging es darum, dass ich eine neue und “nüchterne” Einstellung für mein Leben und das Leben gegenüber den Menschen, die mich liebten, entwickelte. Menschen, deren Leben ich durch den Alkohol vor meiner Genesung zur Hölle machte. Aber das wusste ich damals nicht. Das weiss ich erst heute!

Wenn ich heute sage, dass ich ein trockener Alkoholiker bin, dann sage ich das nicht mit Scham, Angst, Peinlichkeit, Schuldgefühlen oder gar “mit der Hand vor dem Mund” sondern mit der unvorstellbaren Freude und Dankbarkeit, dass ich durch Gottes Schutz und Liebe zu denen gehöre, die den Weg der Nüchternheit finden durften. Das war nicht selbstverständlich. Viele zig- oder hunderttausende Menschen sterben jährlich an dieser Krankheit. Nicht nur aus diesem Grund weiss ich, dass ich eine unheilbare, chronische und tödliche Krankheit habe, die ich nur durch eine zufriedene, freudvolle Nüchternheit ersetzen kann. Und diese muss für mich an allererster Stelle in meinem Leben stehen. Wenn dem nicht so wäre und “andere Dinge” plötzlich wieder wichtiger wären als meine Nüchternheit, ist mein nächstes Besäufnis bereits vorprogrammiert, was sich in den vielen Jahren meiner Arbeit mit Alkoholikern ausnahmslos bewiesen hat. Mein grosses Glück war, dass ich alles verloren hatte: Familie, Kinder, Geschwister, Freunde, Job, Haus und Geld. Für die Alkoholiker, die vermeintlich noch alles haben (“Was? Nein, bei mir ist das nicht passiert!”) ist die Gefahr, in die seelische und materielle Obdachlosigkeit zu fallen, sehr gross und damit ebenso wahrscheinlich dass sie dort hinkommen wo ich hinkommen musste. Nämlich in die Gosse!

Durch den Geist, die Liebe, die Kraft, die Hoffnung und die Erfahrung der Gemeinschaft der A.A., habe ich erfahren, dass ich den Kampf gegen den Alkohol verloren hatte und diesen nie gewinnen werde, sollte ich diesen Kampf weiterführen. Wenn Sie in dem Buch “Eine neue Brille” von Chuck C. aufmerksam und wiederholt lesen dann können Sie seine Geschichte nahezu 1:1 auf meine eigene nasse Zeit und der dann folgenden Genesung übertragen. Dass ich jemals sagen könnte: “Ich bin Alkoholiker, dankbar und zufrieden und durch die Gnade Gottes heute nüchtern” war für mich genauso unvorstellbar wie der Gedanke, nie wieder trinken zu dürfen.

Das, was Sie in dem Buch “Eine neue Brille” lesen werden, ist die faszinierende Geschichte eines Mannes, Charles A. Chamberlain (bei den Anonymen Alkoholikern traditionsgemäss mit dem Vornamen “Chuck C.” genannt) der alles verloren hatte was ihm lieb und wert war. Auch akzeptierte er, dass er sterben würde, nur, er wollte das nicht in einer Rekordzeit tun. Durch die Wunder der A.A. erwachte er wieder zum Leben und wurde zu einem der charismatischsten Männer auf dieser Erde. Man liebte Chuck C. Manche Freunde der A.A. nannten ihn sogar liebevoll “Papa Chuck”. Und er vermittelte uns das, was uns fehlte: Die seelische Genesung. Er befreite uns mit seinen Worten von unserer “seelischen Obdachlosigkeit”. Durch seine Worte haben wir wieder ein seelisches Zuhause gefunden, das ist bei Alkoholikern nicht selbstverständlich. Wie bereits erwähnt sterben viele an dieser Krankheit bereits in jungen Jahren, wenn sie keine Hilfe annehmen wollen. Doch solche, die das A.A.-Programm bedingungslos akzeptieren und anwenden, werden das gleiche Wunder erleben wie es in der Leid- und Lebensgeschichte von Chuck C. in dem Buch “Eine neue Brille” geschildert wird. Wenn Sie jemals über Alkoholismus etwas mit Herzblut, rigeroser Ehrlichkeit, Leidenschaft, Offenheit und über den tiefen Sinn des Lebens gelesen haben, so wird Sie “Eine neue Brille” fesseln und wahrscheinlich alle “…Wie höre ich auf?” Bücher oder andere dahingehende Literatur in den Schatten stellen.

Alkoholismus geht Jahrtausende zurück in der Geschichte der Menschheit und zwar soweit, als zum ersten Mal aus Weintrauben Wein gegährt wurde. Das grösste Phänomen des 20. Jahrhunderts war, dass sich zwei Alkoholiker, einer nass und der andere trocken, über ihr Trinkproblem unterhielten und merkten, dass sie während dieser vielen Gesprächsstunden nur Kaffee getrunken hatten. Das war am 14. Juni 1935 in Acron, Ohio. Es war der “Geburtstag” der Anonymen Alkoholiker, wovon es heute viele Millionen in rund 120 Ländern der Erde gibt. Man möge es nicht glauben, sogar in China!

Nun möchte ich noch kurz die Frage beantworten: “Wie kam ich zu diesem Buch?” Nach einem A.A.-Meeting lief ich an einem Buchladen in Newport Beach (Kalifornien) vorbei und blickte durchs Schaufenster. Es war voll mit Büchern, die zum Kauf angeboten wurden. Dann sah ich dieses Buch “Eine neue Brille” (auf Englisch “A new pair of glasses”). Was mich dazu bewegt hat dieses Buch zu kaufen kann ich Ihnen nicht sagen. War es Intuition? War es Fügung? War es der reizvolle Titel? Ich weiss es nicht. Aber ich kaufte es und als ich dann Stunden später anfing darin zu lesen konnte ich nicht mehr aufhören.

Im November 1993 kam ich zurück nach Deutschland, nachdem ich über 30 Jahre im Ausland gelebt und gearbeitet hatte. Ich war gerade mal eineinhalb Jahre trocken. Da ich von dem Buch “Eine neue Brille” so fasziniert war, versuchte ich, die Rechte für die deutsche Herausgabe zu bekommen. Ich versuchte es fünf Jahre lang und jeder Versuch war ein Schlag ins Wasser. Der Zufall (an was ich eigentlich gar nicht glaube) wollte es, dass ich mich mit Dr. Joseph Pursch und Dr. Walther Lechler hier in Deutschland bei einem Frühstücksgespräch traf. Dr. Pursch lebt in Kalifornien und ist dort seid vielen Jahren mit den Aktivitäten der Anonymen Alkoholiker verbunden. ähnlich wie Dr. med. Walther Lechler oder Prof. Dr. med. Lothar Schmidt hier in Deutschland. Alle drei sind keine Alkoholiker. Aber sie haben, meiner Meinung nach, die Kraft und die Wunder, die bei den A.A. entstehen, erkannt und diese nicht nur aus der medizinischen, psychologischen und psychiatrischen Sichtweise sondern insbesondere aus der spirituellen Erfahrung als ein Phänomen bewundert.

Es blieb offensichtlich nicht aus, dass ich Dr. Pursch fragte, ob er denn die Person oder den Verlag kenne, der die Rechte für dieses Buch besitzt und er antwortete ohne zu zögern: “Natürlich kenne ich diese Person. Es ist ein wohlhabender und 40 Jahre trockener Alkoholiker, der auch in Kalifornien lebt”. Er gab mir seine Adresse, Telefon- und Faxnummer und ich schrieb John Craen ein dreiseitiges Fax. Natürlich meine Trinkerkarriere, meine Trockenheit und meine Faszination des Buches “Eine neue Brille” schildernd, in der Hoffnung, dass er mir die Rechte für die deutschsprachige Herausgabe geben würde. Die letzte Seite meines Faxes kam kurze Zeit später zurück mit den handgeschriebenen Worten: “OK, John”. Für ein zweites Buch, was ich in Deutschland herausbrachte (Suchtfrei – OK, aber wie? Das Betty-Ford-Center-Buch der Antworten) interessierte sich ein deutscher Verlag und schickte mir einen zehnseitigen Vertrag mit Konditionen, die ich nie und nimmer akzeptieren konnte. Soviel zu dem, was man vielleicht “kulturellen Unterschied” nennt.

Hier meine innige Danksagung an Dr. Joe Pursch dafür, dass er es mir ermöglichte die Rechte für dieses Buch zu bekommen und auch mein ganz besonderer Dank an Dr. Walther Lechler, der ein faszinierendes Begleitwort geschrieben hat, welches Sie ebenfalls auf dieser Internetseite veröffentlicht finden! Es sind Worte, die die Seele berühren und nicht das Gehirn.

Ich wünsche Ihnen allen viel Freude beim Lesen des Buches, wobei ich bereits jetzt schon überzeugt bin, dass Sie diese Freude haben werden. Ich wage zu behaupten, dass es das beste Buch ist, das ich je zur Genesung der schlimmsten Krankheit in unserem Land gelesen habe. Legen Sie einfach mal die “alte Brille” zur Seite und setzen sich “eine neue” auf! Sie werden staunen, welche Wunder entstehen können wenn wir aus der tiefsten Ecke unserer Seele und unseres Herzens hundertprozentig an sie glauben.

In herzlicher, inniger und tiefer Verbundenheit Ihr Rolf Bollmann