
“Händedruck von Johannes Rau”
Zu Gast bei Bundespräsident Johannes Rau (Mitte) und dessen Gattin Christina (li.) war der Wolfratshauser Rolf Bollmann (re.). Bollmann ist Gründungsmitglied und Vorstandschef des Fördervereins zur Aufklärung und Beratung von Alkoholkranken und Angehörigen (FABA). Seit 1995 hat der Wolfratshauser 1000 alkoholkranke Menschen, deren Familien und Mitbetroffene betreut. Rau hatte ihn und andere verdiente Bürger zum Neujahrsempfang des Bundespräsidenten ins Schloss Bellevue eingeladen.
Ein Mann verfällt dem Alkohol: Die Sucht ruiniert seine Karriere und schließlich sein ganzes Leben. Eine wahre Geschichte aus der Führungsetage eines Chemiekonzerns.
“Fast hätte ich mich totgesoffen”
Rolf Bollmanns (72) süchtiges Leben überdauerte drei Jobs, zwei Ehen, 14 Autounfälle, einen Selbstmordversuch und ungezählte Entziehungskuren. 20 Jahre lang nahm der Marketingmanager eines großen US-Unternehmens die Welt nur durch einen Schleier von Bier, Rotwein und Tabletten wahr.
Als Bollmann den Entschluss fasste, mit dem Trinken aufzuhören, war er pleite, arbeitslos, wog noch 51 Kilo und verdämmerte seine Tage in einem vermüllten Apartment in Caracas, Venezuela.
Irgendwann stieg aus der Tiefe seines drogenzerfressenen Hirns die Erkenntnis auf, dass er an einem Punkt angelangt war, “an dem der Mensch nur noch zwei Wege hat – entweder 1,80 Meter unter die Erde oder weiterleben.”
Rolf Bollmann entschied sich fürs Weiterleben. Er ließ sich, wieder einmal, in eine Entgiftungsklinik einweisen. Nach der Entlassung schloss er sich einer Selbsthilfegruppe an, die er anfangs dreimal am Tag besuchte: “Die hat mir den Arsch gerettet.”